Therapieverfahren

‚ÄčBlutegeltherapie

 

 

 Blutegeltherapie:

Spricht man von Blutegeln hört man oft dasselbe: glitschig, schwarz, blutrünstig, einfach eklig. Das ist die gängige Reaktion wenn man mit Blutegeln konfrontiert wird. Aber, wie so oft bei Vorurteilen: Sie stimmen so nicht. Blutegel sind farbig, elegante Schwimmer, ungefährlich und gar nicht eklig. Und sie helfen - so gut, dass seit vielen Jahrtausenden Menschen und Tiere sich ihre Heilkünste zu nutze machen. Tiere wissen instinktiv um die Heilkraft der Egel. So gehen z.B. Wasserbüffel, Pferde, Rinder und Schafe mit Gelenkproblemen ganz gezielt in Gewässer, in denen Blutegel leben und warten geduldig, bis die kleinen Helfer sich ihre winzige Mahlzeit holen und zum Dank helfende Sekrete im Körper des Patienten hinterlassen. Seit einigen Jahren kehrt das Bewusstsein auch beim Menschen zurück, dass Blutegel bei vielen Beschwerden sehr wirkungsvoll und nahezu frei von Nebenwirkungen helfen können.

Indikationen

Blutegel werden unter anderem eingesetzt bei:

  • Rheuma
  • Varikosis (Krampfadern)
  • Tinnitus
  • Thrombosen
  • Furunkeln und Karbunkeln
  • Nebenhöhlenentzündungen
  • Mandelabszess
  • Adnexitis, Parametritis
  • Brustdrüsenentzündung
  • Gallenblasenentzündung
  • Hodenentzündung
  • Phlebitis
  • Hypertonie
  • Arthrose (z.B. Knie oder Daumen) 
  • Arthritis
  • Ulcus cruris
  • Sehnen-/Sehnenscheiden-
    entzündungen
    (Tennis-, Golfarm)
  • Apoplexie
  • Angina pectoris
  • Thrombophlebitis
  • Fibromyalgie
 

sowie bei Durchblutungsstörungen nach Gewebetransplantation (plastische und rekonstruktive Chirurgie).

Was tun Blutegel mit uns?

Zunächst einmal: der Biss eines Blutegels ist nicht schmerzhaft. Dies ist verständlich, denn Egel haben in der freien Natur kein Interesse daran, unangenehm bemerkt zu werden. Ob zur Schmerzlinderung ein Anästhetikum im Speichel enthalten ist, ist umstritten. Die Bisse werden wie "Brennesselstiche", "Mückenstiche", "ein leichtes Ziehen" oder "Einstiche von Injektionsnadeln" oder sogar als völlig schmerzfrei beschrieben. Ein im folgenden Verlauf mögliches, leichtes Jucken - ähnlich wie bei einem Mückenstich - geht auf histaminähnliche Substanzen zurück. Der Biss ist auch durch die Biss"technik" wenig schmerzhaft: 3 sternförmig angeordnete Sägeleisten mit jeweils ca. 80 Kalkzähnchen schneiden sich vorsichtig durch die Haut, um zum Ziel der Wünsche - dem Blut - zu gelangen. Zwischen den Kalkzähnchen sind Öffnungen, durch die die SALIVA, der Blutegelspeichel, abgegeben wird.

Der Blutegelspeichel enthält folgende bisher identifizierte Substanzen:

  • Hirudin (der Name ist abgeleitet von Hirudo medicinalis = medizinischer Blutegel) gehört zu den Wirkstoffen des Blutegels, die als eigenständiges Arzneimittel in der Medizin eingesetzt werden.
    Hirudin hemmt die Blutgerinnung und wird u.a. zur Behandlung des Herzinfarkts eingesetzt.
  • Calin hemmt ebenfalls die Blutgerinnung und bewirkt im Anschluss an das "schnelle" Hirudin die ca. 12 h dauernde Reinigung der Wunde durch Nachbluten. Es kommt zu dem bekannten, sanften Aderlass.
    Bei dem 60-minütigen Saugakt ist es natürlich notwendig, die Wunde offen und das Blut fließfähig zu halten.
  • Beim Saugvorgang tritt auch der "Ausbreitungsfaktor", die Hyaluronidase, in Aktion: der Weg für die heilenden Substanzen wird durch Gewebe-Auflockerung vorbereitet. Dieser Wirkstoff findet in der Medizin als resorptionsfördernder Zusatz zu Infusions- und Injektionspräparaten (z.B. "Turbo-Anästhesie") Verwendung.
  • Egline und Bdelline wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd.
  • Die einzigartige natürliche Wirkstoffkomposition der Saliva wird durch weitere Substanzen (z. B. Faktor X a-Hemmer, LDTI) abgerundet.

 

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